Zeit, über Alkohol zu reden


Folge 2 | erhaltenes Stichwort: Gin Tonic

Es ist Wochenende – Zeit, über Alkohol zu reden. Anwesenden Alkohol-Verächtern und Nonnen rate ich deshalb dringend, beim Lesen die Augen zu schließen.

Leider werde ich auch alle Feierabend-Biertrinker enttäuschen müssen, denn Bier ist so gar nicht mein Fall. Es tut mir leid und ich sinke um Vergebung bettelnd auf die Knie – mir ist bewusst, dass ich mich ab jetzt wohl nie wieder in Bayern blicken lassen kann. Dennoch, ich habe den Reiz des bitteren Gesöffs nie verstanden. Warum dieser unwahrscheinliche Bier-Hype?

Weltweit wird die Anzahl der Biersorten auf 10.000 geschätzt, und das ist noch die konservative Schätzung. Ein Bierfanatiker könnte also über 30 Jahre jeden Tag ein neues Bier saufen, falls die Leber bis dahin nicht schon größer als das Hofbräuhaus ist. So viele Sorten, doch für mich schmecken alle gleich: Bitter.

Klar, es geht noch weit schlimmer: Alkohol, nämlich, von dem man so lange die Finger lässt, bis man richtig betrunken ist. So betrunken, dass man sich Dinge denkt, wie etwa: „Wooow! Wenn ich auf den Boden schaue, dann laufe ich total schnell!“

Purer Vodka gehört da zum Beispiel dazu – bäh. Oder Tequila – bäh. Jägermeister – uargh. Klosterfrau Melissengeist–

Ich gehe stark davon aus, dass es Softies wie ich waren, die Cocktails und „Vodka mit Schinken-Aroma“ erfunden haben (gibt’s wirklich). Wenn einem das nötige, östliche Blut fehlt, kommt man eben auf die ungewöhnlichsten Misch-Ideen. Da kommen dann Longdrings wie Gin Tonic dabei heraus.

Tonic Water, ursprünglich als Mittel gegen Malaria gedacht, schmeckt alleine so gut wie gequirlter Handkäse. Man stelle sich nur vor: Wegen des ganzen Chinins leuchtet Tonic Water sogar, wenn man es mit UV-Licht anstrahlt. Kein Wunder, dass es auch zur Malaria-Vorbeugung wirken soll.

Aber mit Gin zusammen werden zwei ungenießbare Getränke zu einer, wie ich finde, gelungenen Kreation verbunden. Da kann man dann noch eine Gurke reinschnibbeln – wunderbar.

Gin Tonic zeigt uns, wie zwei unangenehme Dinge mit etwas Phantasie zu einem guten Ergenbis vermengt werden können: Aus zweimal negativ wird positiv, minus und minus macht plus.

Dieses Gesetz können wir selbstverständlich auf andere Bereiche des Lebens übertragen und wir merken: Es funktioniert!

Ein einsamer Bauer und eine einsame Frau – „Bauer sucht Frau“.

Hoch die Hände, Wochenende! 


Ein Steuerberater nach zu viel Alkoholkonsum.